Die Geschichte der FFW Gerolfing
1820 - 1878
1878 - 1914
1914 - 1935
1935 - 1950
1950 - 1973
1974 - 1986
1986 - 2000
2000 - 2003
Vorstände
Kommandanten
1820 bis 1878
Die gefürchtetsten Katastrophen waren früher die ungeheuren Feuersbrünste, die unsere Städte und Dörfer in schrecklicher Wiederkehr immer
wieder heimsuchten und, wie alte Aufzeichnungen berichten, ganze Stadtteile und Dörfer in Schutt und Asche legten. So brannten im Jahre 1681 in Gerolfing 52
Gebäude ab. Dabei kamen auch 2 Kinder in den Flammen um. Ein noch schwereres Schadenfeuer ereignete sich am 23. Mai 1833, als innerhalb weniger Stunden
102 Wohnhäuser, Scheunen und Nebengebäude in Flammen aufgingen. Begünstigt durch die leichte Bauart mit viel Holz, Strohdächer, offene
Kamine und Feuerstellen, konnten solche furchtbaren Brände entstehen und sich ausbreiten. Es ist daher verständlich, daß man alle zu Gebote
stehenden Mittel einsetzte, um die Brandbekämpfung wirksam zu gestalten, denn die Brandleider standen meist vor dem Nichts, da es früher keine
Versicherungen gab.
Im Inventarverzeichnis der Gemeinde Gerolfing vom Jahr 1820 sind als Feuerlöschrequisiten aufgeführt:
eine tragbare Feuerspritze, Wert 100 Gulden,
2 Feuerleitern, Wert 2 Gulden,
2 Feuerhaken, Wert 2 Gulden.
Im Jahre 1840 lieferte der Glockengießer Paskolini von Ingolstadt an die Gemeinde eine fahrbare Löschmaschine mit vierzölligen Zylindern, einen 50
Fuß langen hänfenen Schlauch mit den nötigen Mundstücken zum Preis von 550 Gulden und nahm die alte Tragspritze für 40 Gulden in
Zahlung, der Rest von 510 Gulden zahlbar in 2 Jahresraten. Auch eine Anstelleiter und mehrere lederne Kübel zur Heranschaffung des Löschwassers für
die Druckspritze wurden in diesem Jahre beschafft. Die Wartung und die Bedienung oblagen dem Gemeindeschmied. Diese Druckspritze wurde noch bis 1938
mitverwendet.
Die Feuerbeschau fand zweimal im Jahr statt. Dabei mußten in jedem Haus einige lederne Feuerkübel zum Bilden einer Eimerkette vorhanden sein. Die
Gemeinde unterhielt auch 5 öffentliche Brunnen, die jederzeit zugänglich waren. Nacht- und Kirchenwächter waren angewiesen, auf
ungewöhnliche Raucherscheinungen zu achten. Die Alarmierung geschah durch den Feuerruf "Feuerjo", den jeder, der ihn hörte, weitergeben mußte,
sowie durch Sturmläuten mit der größten Kirchenglocke durch fortwährendes Anschlagen.
3 Feuerreiter waren bestimmt, nach Dünzlau und Mühlhausen, Friedrichshofen und Gaimersheim sowie nach Ingolstadt zu reiten, wenn Hilfe von
auswärts gebraucht wurde. So wurde z.B. 1851 der Danielbräu Bonschab von Ingolstadt für die Heranschaffung einer Löschmaschine mit 3 Gulden
entlohnt und für die mithelfenden Ingolstädter Bürger die Zeche in Höhe von 3 Gulden und 10 Kreuzer reguliert. Auch waren 2 weitere Bauern
verpflichtet, bei einem Brand in einer Nachbargemeinde die Spritze und einen Requisitenwagen dorthin zu bringen. In diesen Dienstleistungen und dem Feuerreiterdienst
wechselten sich die Pferdebesitzer jeweils nach einer gewissen Zeit ab. Ein ovales Schild von rund 30 x 15 cm aus Eisenblech, das meistens oberhalb der Haustür
hing, zeigte an, wer zur Zeit Dienst als Reiter oder Fahrer hatte Diese Verpflichtungen bestanden noch bis nach dem Ersten Weltkrieg.In den späteren Jahren
wurde auch die Pflichtfeuerwehr eingeführt, die aus drei Abteilungen bestand, welche durch verschiedenfarbige Armbinden kenntlich waren.
1820 - 1878
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